27. August 2017Martin Weber

Bei der Gestaltung der digitalen Zukunft ist jede*r Einzelne gerfagt

Wie sieht unsre Arbeitswelt in der Zukunft aus? Wie wirkt sich die Digitalisierung unserer Arbeit schon heute auf Menschen und Gesellschaft aus? Und wie wird unser Leben wohl in 10 Jahren aussehen? Zu diesen Fragen hat die Evangelische Jugend von Westfalen drei Referent*innen von Microsoft Deutschland in den youngPOINTreformation nach Wittenberg eingeladen. Am 26. August stellten sich Katharina Ramsauer, Andreas Horn und Lukas Klein der Herausforderung und den kritischen Fragen junger Menschen, mit ihrem Workshop „Die Digitalisierung unserer Welt“.

Zunächst beschäftigten sich die Jugendlichen mit der Frage, wie digitale Assistenten Menschen in Zukunft unterstützen können, etwa bei der Gesundheitsvorsorge oder einem nachhaltigen Lebensstil. Eine Vernetzung in diesen Bereichen erachteten die meisten von ihnen als sinnvoll. Allerding wollen Sie sich nicht durch die Technik und den dahinterstehenden Konzernen verfolgt fühlen. Menschen haben durchaus den Drang, sich selbst zu vermessen, etwa mit Fitness-Trackern. Individuelle Entscheidungen in den verschiedensten Lebensbereichen werden einfacher, wenn man auch die erforderlichen Daten zur Verfügung hat. Allerdings ist jungen Menschen die Kontrolle dieser (ihrer) Daten genauso wichtig, wie die Entscheidung, wer was mit ihren Daten anstellen darf oder eben nicht. Die Referent*innen von Microsoft ermutigten die Workshopteilnehmer*innen in ihrer Haltung: Auch wenn der Datenschutz in Deutschland durchaus restriktiver sei, als in anderen Ländern, komme es auch bei diesem Thema darauf an, dass sich der Einzelne, aber auch Verbände und gesellschaftliche Gruppierungen, immer wieder einmischen und auf Missstände bei Datenschutz und Datensicherheit hinweisen. Wichtig war den Workshopteilnehmer*innen auch, dass der Manipulation von Daten mit geeigneten Mitteln ein Riegel vorgeschoben werden muss.

Aber wer entscheidet eigentlich, welche technischen Entwicklungen gut für Menschen sind und deshalb auch in die Praxis umgesetzt werden. Und vor allem, wann und wie sie umgesetzt werden. Hier würden viele gute Zukunftsprojekte und viele grundlegende Infrastruktur Maßnahmen, wie zum Beispiel der Ausbau schneller und frei verfügbarer Datennetze oder die Einführung einheitlicher digitaler Verwaltungsstrukturen (Stichwort: E-Akte) an den persönlichen Befindlichkeiten politischer Entscheidungsträger*innen scheitern. Die würden solche Projekte oft nur als nachrangig erforderlich einstufen oder sie wollten mit unpopulären Entscheidungen ihre Wahl nicht gefährden. Die gesellschaftliche Diskussion sollte auch an dieser Stelle auf verbindliche Regelungen hinwirken.

Was technisch entwickelt werden kann, wird wohl auch entwickelt werden. Wir haben es aber in der Hand wie und unter welchen Voraussetzungen uns digitale Assistenten in Zukunft unterstützen und voranbringen. Wir sollten uns aktiv an diesen gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen beteiligen. In diesem Punkt waren sie Teilnehmer*innen und Referent*innen abschließend einig. Und wir sollten aufpassen, „dass die Menschen nicht verloren sind, wenn die Technik ausfällt.“

 

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